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Gemeinde Vettweiß

Von der Raupe zum Schmetterling

Animiert durch die Vergabe des innogy-Umweltpreises wollten nun auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung ein Umwelt- und Naturprojekt umsetzen. Ende September zogen daher 15 Raupen in das Verwaltungsgebäude ein. Und daraus sollten 15 Schmetterlinge werden. Die Spannung war groß, aber lesen Sie selbst: 

Der Hagemann Verlag bietet diese Art von Projekten für Schulklasse und Kindergärten an, aber, so waren sich alle einig, auch für Erwachsene ist es unglaublich imponierend, wie eine Raupe sich zum Schmetterling verwandelt und wann kann man die Metamorphose mal so nah miterleben? Die Raupen wurden bestellt, ein „Ausstellungstisch“ hergerichtet, Informationsmaterial auslegt. Dann waren sie da: 15 winzig kleine Raupen, die in atmungsaktiven Behältern mit reichlich Futter groß und dick werden sollten. Und sie fraßen und fraßen und wurden größer und dicker. Täglich konnte beobachtet werden, wie das Futter weniger und die Raupen mehr wurden. Nach circa anderthalb Wochen war es soweit: Die Insekten krochen im Zeitraum von zwei Tagen allesamt an die Deckel der Becher und hingen sich an das dort befestigte Vliestuch. Ihr Körper sah jetzt aus wie ein „J“. Die Tiere häuteten sich ein letztes Mal und nur wenige Stunden später war von den Raupen nichts mehr zu sehen. Stattdessen hingen nun 15 Kokons dort, die in sanften Goldtönen schimmerten. Zwei Tage später war die Hülle so fest, dass ein Umzug vollzogen werden konnte. Eigens dafür lieferte der Hagemann Verlag drei Aufzucht-Volieren mit einer feinen Netzstruktur mit . Die Vliesstücke mit den daran hängenden Kokons wurden an den Deckeln befestigt. 

Jetzt hieß es wieder: Warten. Konnte in den ersten Tagen noch durch die Hüllen durchgesehen werden, wurden diese zunehmend fester und dunkler, beinahe schwarz. Dieser Verwandlungsprozess, der im Inneren des Kokons stattfand, dauerte noch mal eine Woche. Indessen richteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schmetterlingsnetze natürlich und liebevoll ein. Blumen wurden gepflückt, täglich frisches Gras hinzugelegt, Zweige und Halme durften auch nicht fehlen. Schließlich konnte es jetzt jeden Tag soweit sein. Am 19. Tag nach Ankunft der Raupen wackelte plötzlich ein Kokon verdächtig und dann der nächste und dann der nächste und binnen weniger Minuten schlüpften plötzlich fünf Schmetterlinge. Diese bewegten sich in den darauffolgenden beiden Stunden vorerst reichlich wenig, da die Flügel noch trocknen mussten und erst nach einiger Zeit soweit aufgepumpt und steif waren, dass ein Flug möglich war. Futter wurde angemischt (Eine mitgelieferte Fruktoselösung), Früchte gereicht. Am nächsten Tag hatten auch die anderen Verwandlungskünstler ihr Schmetterlingsstadium erreicht. Durch die Fenster der Voliere konnten die Tiere einwandfrei beobachtet werden und der Eindruck, den die Distelfalter machten, war enorm. Wunderschöne kunterbunte Flügel, anstelle von schrumpeliger Raupenhaut, sechs flinke Beine, die gekonnt alles abtasteten anstelle von zahlreichen kleinen Füßen, zwei Fühler, mit denen der Schmetterling riechen kann und ein Rüssel, den die Insekten ein und ausrollen, um damit die Nahrung aufzunehmen. 

Drei Tage lang sollten die Tiere laut Anleitung mindestens noch in den Netzen gehalten werden, damit die Flügel auch bereit für weite Flüge sind. Dann stand der Freiheit nichts mehr im Wege. Gemeinsam öffneten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung die drei Volieren und 15 Schmetterlinge stiegen über Vettweiß empor. 

Falls Sie also im Oktober einen Distelfalter gesehen haben, dann vielleicht aus der Aufzucht des Rathauses. Distelfalter leben übrigens in der Regel zwei bis fünf Wochen. Der Falter ist ein Wanderschmetterling und sucht sich eine Umgebung, die ihm ausreichend Nahrung bietet. Vielleicht bot ihnen ja der ein oder andere Garten hier in der Nähe genau das. 

Alle waren sich einig: Es war ein unbeschreiblich beeindruckendes Erlebnis und trotz all dieser hautnahen Beobachtungen konnten die Projektteilnehmer es kaum fassen, wie aus einer kleinen eher seltsam aussehenden Raupe ein solch wunderschöner Schmetterling werden konnte, der in all seiner Pracht jedem ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Die Gemeinde möchte darauf aufmerksam machen, dass sämtliche Aktivitäten rund um das Projekt „Von der Raupe zum Schmetterling“ außerhalb der Dienstzeiten stattfanden. Mit dem Projekt bewerben sich die Verwaltungsmitarbeiter für den Umweltpreis im kommenden Jahr, da bis zum Einsendeschluss für dieses Jahr noch nicht alle Schmetterlinge geschlüpft waren. 

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